Kooperation mit Eliteuniversität Harvard
Hochschule für Wirtschaft und Harvard arbeiten zusammen
Vor rund einem Jahr begegneten sich der Ludwigshafener BWL-Professor Uwe Hannig und sein Kollege von der Harvard Business School David. P. Norton erstmals auf einem Kongress in Düsseldorf. Nun liegt mit der Zeitschrift für leistungsorientierte Unternehmensführung das erste Resultat der damals vereinbarten Zusammenarbeit vor.
Norton ist als einer der Väter der sogenannten Balanced Scorecard, einem Instrument zur Unterstützung des Managements bei der Überführung der Unternehmensstrategie in strategische Aktionen, weltberühmt geworden. Die Balanced Scorecard setzt an einer Schwachstelle der klassischen vergangenheitsorientierten Berichtssysteme, der Konzentration auf Finanzkennzahlen, an. Sie zielt stattdessen auf die Zusammenstellung eines ausgewogenen Sets von Leistungsmessgrößen ab, das es erlaubt die Zielerreichung besser zu planen und zu verfolgen.
Hannig führt aus, dass gerade in Deutschland das Treffen strategischer Entscheidungen häufig kein klar definierter Akt, sondern das Ergebnis einer Mischung aus Gefühl, Kreativität und Erfahrungswissen der Entscheider ist. Und dies, obwohl Studien belegen, dass Unternehmen mit einem systematischen Strategieumsetzungsprozess erfolgreicher sind. Der Grund für das Dominieren von Bauchentscheidungen dürfte sein, dass viele Topentscheider ihre Berechtigung zur Unternehmensführung aus ihrer von ihnen selbst als einzigartig wahrgenommenen Fähigkeit, die richtige Schlussfolgerung zu ziehen, ableiten.
Die Folge inkonsequenter Strategieumsetzung oder zu später Anpassung des Geschäftsmodells an Umweltveränderungen ist ein Verlust der Wettbewerbsfähigkeit. Hoffen kann niemals Handeln ersetzen. Denn Zögern und Zaudern führt zur Handlungsunfähigkeit.
Das Journal of Performance Management, wie die Zeitschrift auf englisch heißt, unterstützt den Transfer der wissenschaftlich gewonnenen und empirisch belegten Erkenntnisse in die Unternehmenspraxis. Dazu werden Theorie und Methodenwissen ebenso vermittelt wie Handlungsleitfäden und Best Practice Beispiele aus der ganzen Welt vorgestellt.
Als nächsten Schritt der Zusammenarbeit untersucht das von Hannig geleitete Institut für Managementinformationssysteme gerade den deutschen Markt für Corporate Performance Management. Dieser wird sich in den nächsten Jahren rasant entwickeln. Zum einen weil die Banken auch mittelständische Unternehmen zwingen werden, Strategien konsequent umzusetzen und nachvollziehbar über die erzielten Fortschritte zu berichten. Zum anderen bereitet gerade Microsoft die Markteinführung einer für diesen Zweck entwickelten Software vor. Auch diesbezüglich beabsichtigt das renommierte Institut der Hochschule für Wirtschaft Ludwigshafen, eine wahrnehmbare Rolle in Deutschland zu spielen.